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Glossar
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ABCDEFGH/IJ/KLMNOP/QRSTUVW-Z

A

Ad hoc-Publizität
Pflicht zur Veröffentlichung wichtiger Nachrichten über das Unternehmen, die den Börsenkurs erheblich beeinflussen könnten. Diese soll die Bereichsöffentlichkeit herstellen, damit Nachrichten nicht nur 'Insidern' bekannt sind, die einen Wissensvorsprung zu ihrem Vorteil ausnutzen.

Aktie
Mitgliedschaftsrechte (Beteiligung an der Aktiengesellschaft) aber auch das Wertpapier, das diese Rechte verkörpert. Der Inhaber einer Aktie (Aktionär) ist 'Teilhaber' am Vermögen der Aktiengesellschaft. Seine Rechte werden durch die Bestimmungen des Aktiengesetzes geschützt.

Aktienanalyse
Verfahren, das von den Fachleuten durchgeführt wird, um den Anlegern die Anlageentscheidung zu erleichtern.

Aktienarten
Nach dem Kriterium der Übertragbarkeit unterscheidet man Inhaber-, Namens- und vinkulierte Namensaktien. Nach dem Kriterium des Stimmrechts unterscheidet man Stamm- und Vorzugsaktien.

Aktienbuch
Ein bei Aktiengesellschaften geführtes Verzeichnis der Aktionäre für Namensaktien.

Aktienemission
Erstbegebung von Aktien in Form einer Gründung oder im Zusammenhang mit der Grundkapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft.

Aktienfonds
Investmentfonds, die sich ausschließlich (oder zumindest überwiegend) aus Aktien zusammensetzt.

Aktiengesellschaft
Eine juristische Person, deren Gesellschafter, die Aktionäre, i.d.R. nicht aktiv bei ihr tätig sind, sondern lediglich mit ihren Einlagen auf das in Aktien aufgeteilte Grundkapital beteiligt sind und nur damit haften. Die Leitung der Aktiengesellschaft übernimmt der Vorstand.

Aktiengesetz (AktG)
Das AktG ist die Grundlage für die Rechtsstellung der Aktiengesellschaft und enthält alle wesentlichen Bestimmungen über die Gestaltung einer Aktiengesellschaft, die Entscheidungsorgane, die Kontrollgremien usw.

Aktienindex
Ein Börsenindex, der die Kurs- oder Wertentwicklung mehrerer Aktien zusammenfaßt. Dabei werden die einbezogenen Aktien nach bestimmten Kriterien je Index gewichtet. Kursindizes (z. B. FAZ- Aktienindex) berücksichtigen nur die Kursentwicklung der Aktien. Performanceindizes (z. B. DAX) berücksichtigen zusätzlich auch Dividenden und Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen.

Aktienkapital
Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft.

Aktiensplit
Eine Aufteilung des aktuellen Aktienbestandes eines Unternehmens in eine höhere Anzahl von Aktien.

Aktionär
Inhaber von Aktien einer Aktiengesellschaft und somit Miteigentümer an einem Unternehmen.

Aktionärsrechte
Rechte der Gesellschafter (Aktionäre) einer Aktiengesellschaft, die durch das Aktiengesetz sowie per Satzung der Gesellschaft festgelegt sind. Sie umfassen u.a.: Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung, Recht auf Dividenden, Bezugsrecht, Recht auf Anteil am Liquidationserlös.

Aktionärsstruktur
Siehe Anlegerstruktur.

American Depository Receipt (ADR)
Von den US-amerikanischen Banken ausgegebener Hinterlegungsschein für nicht-amerikanische Aktien in Form eines Namenspapiers, das an einer US-Börse stellvertretend für eine Aktie gehandelt wird.

Amtlicher Handel
Dieses Segment stellt die höchsten Anforderungen an kapitalsuchende Unternehmen. Bei der Börseneinführung ist ein ausführlicher Prospekt mit genauen Angaben über die Gesellschaft erforderlich.

Analyst
Wertpapierfachmann, der mit Hilfe der technischen Wertpapieranalyse und/oder der Fundamentalanalyse ein möglichst genaues Bild über die Situation einer Aktiengesellschaft und die Kurschancen ihrer Aktien zu gewinnen versucht. Analysten publizieren ihre Erkenntnisse und Empfehlungen in Form von Berichten.

Anfangskurs
Erster Kurs eines Wertpapiers nach Eröffnung der Börsensitzung.

Anlagendeckungsgrad
Kennzahl, die als Quotient von langfristigen Finanzmitteln und langfristig gebundenen Vermögensgegenständen (lt. Bilanz) ermittelt wird.

Anlegerstruktur
Eine prozentuale Aufschlüsselung der Anlegerschaft nach bestimmten Kriterien wie Inhaberschaft (Großaktionäre, institutionelle Investoren, Einzelinvestoren) und Regionen.

Aufsichtsrat
Eins der obersten Verwaltungsorgane einer Aktiengesellschaft (siehe Vorstand). Der Aufsichtsrat ernennt den Vorstand, überwacht und berät ihn bei der Geschäftsführung.

Ausschüttung
Zahlungen einer Aktiengesellschaft an ihre Teilhaber bzw. eines Investmentfonds an seine Anteilseigner (vgl. auch Thesaurierung).

B

Bankenkonsortium
Siehe Konsortium.

Bardividende
Dividende, die in bar nach Abzug der körperschaftsteuerlichen Ausschüttungsbelastung ausgezahlt wird.

Begebungskonsortium
Form eines Emissionskonsortiums, welches für die Emittentin bei der Erstplazierung von Effekten als Kommissionärin tätig wird. Das Begebungskonsortium arbeitet im Auftrag sowie auf Rechnung und Risiko der Emittentin.

Belegschaftsaktie (Gratisaktie)
Aktie des eigenen Unternehmens, die den Mitarbeitern zum Erwerb angeboten wird. Der Kaufpreis liegt steuerbegünstigt unter dem Börsenkurs. Belegschaftsaktien bieten dieselben Rechte wie andere Aktien.

Betreuer am Neuen Markt (Designated Sponsor)
Berater des Emittenten vor, während und nach dem Börsengang. Darüber hinaus sorgt der Betreuer durch die Verpflichtung, auf Anfrage An- und Verkaufskurse zu stellen, für zusätzliche Liquidität in einem Wert. Researchberichte und Informationen über das von ihm betreute Unternehmen schließen die Informationslücke zwischen Emittent und Anleger.

Bezugsrecht
Bei Kapitalerhöhungen erhalten die bisherigen Anteilseigner für jede gehaltene Aktie ein Bezugsrecht. Für eine bestimmte Anzahl Bezugsrechte können sie jeweils eine 'junge' Aktie (d. h. neue Aktie aus der Kapitalerhöhung) zu einem Vorzugspreis kaufen. Wer Bezugsrechte nicht ausüben will, kann sie über die Börse an Anleger verkaufen, die ihren Anteil überproportional aufstocken wollen. Der Preis der Bezugsrechte bildet sich dabei wie bei den börsennotierten Wertpapieren durch den Marktausgleich von Angebot und Nachfrage.

Bilanz
Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva, also 'Soll' und 'Haben' zum Ende des Geschäftsjahres, woraus die Vermögenssituation der Aktiengesellschaft hervorgeht.

Blue Chip
Aus dem angelsächsischen Sprachgebrauch übernommener Börsenausdruck für die Aktie eines großen Unternehmens mit hohem internationalen Ansehen.

Börse
Markt (Treffpunkt von Angebot und Nachfrage) für Wertpapiere, Devisen und Warenkontrakte. An den deutschen Wertpapierbörsen gibt es für Aktien verschiedene Teilmärkte, auch Handels- oder Marktsegmente genannt.

Börsengesetz (BörsG)
Das Gesetz zur Regelung des Tätigkeitsbereiches und der Organisationsformen der deutschen Börsen, das allgemeine Bestimmungen über die deutschen Börsen und ihre Organe enthält.

Börsenkapitalisierung
Marktwert eines börsennotierten Unternehmens, auch Marktkapitalisierung genannt. Die Börsenkapitalisierung berechnet sich aus der Anzahl der Aktien eines Unternehmens multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs. Eine hohe Marktkapitalisierung ist Ziel bzw. Ergebnis einer wertorientierten Unternehmensführung.

Börsenkurs
Siehe Kurswert.

Börsenprospekt
Siehe Prospekt.

Bonität
Bewertung eines Unternehmens oder Schuldners und damit auch eines Emittenten hinsichtlich seiner Fähigkeit den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Bonusdividende
Zusätzlich zur Dividende gewährte Sondervergütung an die Aktionäre. Mögliche Anlässe: Firmenjubiläum, Sondererträge.

Bookbuilding-Verfahren
Emissionsverfahren, das die Möglichkeit der Einbeziehung von Investoren bei der Emissionspreisfestsetzung bietet.

Branchenindex
Index, der die Aktien einzelner Branchen umfaßt. Die bekanntesten sind neben den internationalen MSCI-Indizes die Branchenindizes des C-DAX, der Dow Jones Utilities Index und der Dow Jones Transportation Index.

Break-Even
Englische Bezeichnung für Gewinnschwelle, also der Grenze, ab der ein Produkt oder ein Unternehmen einen Überschuß oder Gewinn erzielt.

Bridge-Finanzierung
Die finanziellen Mittel einer Überbrückungsfinanzierung dienen zur Vorbereitung eines Börsenganges mit dem Ziel, die Eigenkapitalquote zu verbessern und kurzfristige Investitionen zu finanzieren.

Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel
Behörde zur Überwachung der ordnungsgemäßen Durchführung des Wertpapierhandels (Abk. BaWe).

C

CAC 40
Index der Pariser Wertpapierbörse, der die 40 wichtigsten französischen Aktien widerspiegelt.

Cash Flow
Der finanzwirtschaftliche Überschuß (Einnahmenüberschuß) einer Periode.

Chart
Die grafische Darstellung der Kurs- und Umsatzentwicklung von Wertpapieren und Branchen. Charts sind die Grundlage für die technische Wertpapieranalyse.

D

DAX
Der Deutsche Aktienindex, der die Wertentwicklung der 30 wichtigsten deutschen Aktien widerspiegelt.

Depot
Konto zur Verwaltung von Wertpapieren für Bankkunden.

Depotvollmacht
Die Vollmacht, die ein Aktionär seiner Bank erteilt, ihn auf der Hauptversammlung zu vertreten.

Designated Sponsor
Siehe Betreuer

Dividende
Ein Teil des Gewinns, der anteilig für eine Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Dow Jones Index (DJI)
Der bekannteste amerikanische Börsenindex, der die Wertentwicklung der 30 wichtigsten US-amerikanischen Aktien widerspiegelt.

Due Diligence
Der Begriff Due Diligence kommt aus dem Angelsächsischen und bedeutet wörtlich übersetzt 'mit gebührender Sorgfalt'. Due Diligence-Prüfungen werden im Vorfeld von Börseneinführungen, aber auch Unternehmensakquisitionen durchgeführt, um eine solide Informationsbasis der daran Beteiligten wie Investoren, Emissionsbanken oder Altaktionären zu gewährleisten. Bei einer Due Diligence wird ein Unternehmen hinsichtlich wirtschaftlicher, finanzieller, rechtlicher, steuerlicher und umweltbezogener Kriterien analysiert. Die Ergebnisse einer Due Diligence-Prüfung dienen insbesondere beim Going Public der Emissionspreisfindung sowie der Minimierung des Haftungsrisikos aus dem Emissionsprospekt.

E

Earnings per share (EPS)
International übliche Bezeichnung für den Gewinn pro Aktie nach Steuern.

EBIT
Jahresüberschuß vor Zinsergebnis und Steuern von Einkommen und Ertrag (lt. GuV).

EBITDA
Entspricht dem EBIT reduziert um die Abschreibungen (lt. Anlagenspiegel).

Eigenkapital
Im Gegensatz zum Fremdkapital jene Mittel, die von den Eigentümern eines Unternehmens zu dessen Finanzierung aufgebracht oder als erwirtschafteter Gewinn im Unternehmen belassen wurden.

Eigenkapitalquote
Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital.

Eigenkapitalrendite
Verhältnis von Jahresüberschuß zum eingesetzten bilanziellen Eigenkapital, auch Return on Equity.

Eigenkapitalrücklage
Bei Kapitalgesellschaften Reserven in Form von Eigenkapital, die entweder auf gesonderten Rücklagenkonten bilanziert (offene Rücklagen) oder nicht in der Jahresbilanz in Erscheinung treten.

Einheitskurs
Auch Kassakurs, wird für alle zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere börsentäglich einmal festgestellt. Für Wertpapiere mit größeren Umsätzen werden zusätzlich während der Börsenzeit mehrmals sogenannte variable Kurse festgestellt.

Emission
Ausgabe von Wertpapieren durch ein öffentliches Angebot. Sie geschieht in der Regel durch Vermittlung einer Gruppe von Kreditinstituten (Emissionskonsortium).

Emissionsbank
Kreditinstitut, das die ausgegebenen Wertpapiere oder einen Teil davon an interessierte Anleger vermittelt.

Emissionskonsortium
Bei Bedarf zu gründendes Bankenkonsortium mit dem Ziel, eine Wertpapieremission unterzubringen.

Emissionskurs
Der Preis, zu dem ein Wertpapier ausgegeben wird. Bei Aktien: Preis, zu dem eine Aktie von der Aktiengesellschaft bei einem Börsengang oder einer Kapitalerhöhung ausgegeben wird.

Emissionsprospekt
Siehe Prospekt.

Emittent
Unternehmen oder Behörde, die Wertpapiere ausgeben.

Equity Story
Darstellung der Strategie eines Unternehmens sowie der Finanzkennzahlen gegenüber der 'financial community'.

Ergebnis nach DVFA/SG
Um außerordentliche, ungewöhnliche und dispositionsbedingte Aufwendungen und Erträge bereinigtes Jahresergebnis.

Ergebnis pro Aktie
Siehe Gewinn pro Aktie, Earnings per share

European Association of Securities Dealers Automated Quotation Market (EASDAQ)
ezeichnung für eine europaweite Computerbörse für dynamische, schnell wachsende Unternehmen.

European Exchange (EUREX)
Elektronische Terminbörse, die aus dem Zusammenschluß der DTB und der SOFFEX am 28. September 1998 entstanden ist. An der EUREX werden Futures und Optionen gehandelt.

EURO-STOXX
Aktienindex, der die Wertentwicklung der 650 wichtigsten Aktien aus den zehn Euroländern widerspiegelt.

EURO-STOXX 50
Aktienindex, der die Wertentwicklung der 50 wichtigsten und höchst-kapitalisierten Unternehmen aus den zehn Euroländern widerspiegelt. Im EURO-STOXX 50 sind ausnahmslos sogenannte Blue Chips enthalten.

F

FAZ-Aktienindex (Aktienindex der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
Gewichteter Kursindex, erfaßt die Kurse von 100 Aktiengesellschaften, deren Werte variabel in Frankfurt gehandelt werden und einem ausreichenden Grundkapital zum Börsenhandel zur Verfügung stehen.

Feindliche Übernahme
Versuch eines Unternehmens ein anderes Unternehmen gegen den Willen des Managements (bei der Aktiengesellschaft: der Vorstand) zu übernehmen. Dies geschieht bei einer Aktiengesellschaft durch an Angebot an die Aktionäre.

Financial community
Sammelbegriff für Interessengruppen am Kapitalmarkt; dazu gehören Investoren, Analysten, Institutionen und Vertreter der Finanzpresse.

Financial Times Stock Exchange 100 Share Index (FTSE-100 Index)
Aktienindex, der die Wertentwicklung der 100 größten Aktiengesellschaften in Großbritannien widerspiegelt.

Finanzpresse
Bezeichnung für Zeitungen und Zeitschriften, die sich ausschließlich oder in starkem Maße mit Vorgängen im finanziellen Bereich der Wirtschaft an den Finanzmärkten, den Börsen, im Geld- und Währungswesen usw. befassen.

Free Float
Der Free-Float ist der prozentuale Anteil der insgesamt existierenden Aktien eines Unternehmens, der sich im Streubesitz befindet. Der Free-Float ist eine interessante Kennziffer, da er Rückschlüsse auf die Aktionärsstruktur ermöglicht: Ein hoher Free-Float läßt tendenziell auf viele, ein niedriger Free-Float auf eher wenige Kleinaktionäre schließen.

Freiverkehr
In diesem Marktsegment der Börse werden solche Wertpapiere gehandelt, die weder zum amtlichen Handel noch zum Geregelten Markt zugelassen sind. Voraussetzung ist, dass ein ordnungsgemäßer Börsenhandel gewährleistet erscheint.

Fremdkapital
Mittel, die von Gläubigern zur Verfügung gestellt werden und an diese zurückgezahlt werden müssen. Für die Bereitstellung erhält der Gläubiger Zinsen.

Fundamentalanalyse
Erarbeitet wichtige Unternehmenskennzahlen zur Beurteilung einer Aktie und berücksichtigt auch volkswirtschaftliche Größen wie allgemeiner Auftragseingang, Lohnentwicklung und Wechselkurse.

Future
Termingeschäft, bei dem zu einem zukünftigen Zeitpunkt Wertpapiere (Aktien oder Renten) zu einem im Voraus bestimmten Kurs ge- bzw. verkauft werden.

G

GAAP
Abk. für: Generally Accepted Accounting Principles der USA (allgemein anerkannte Rechnungslegungsprinzipien). Von einer unabhängigen Organisation (Financial Accounting Standards Board, FASB) seit 1973 entwickelte US-amerikanische Standards für die Bilanzierung, Bewertung und Offenlegung. Während das deutsche Handelsgesetzbuch die Rechnungslegung vorrangig am Schutz der Gläubiger orientiert und in diesem Sinne möglichst vorsichtig bewertet, betont die amerikanische Rechnungslegung die Interessen der Aktionäre und bewertet möglichst marktnah. Beispielsweise müssen nach US-GAAP Beteiligungen an anderen Unternehmen zum Marktpreis bewertet werden. Darüber hinaus verlangt US-GAAP eine wesentlich umfangreichere Offenlegung, wie z.B. eine Segmentberichterstattung, mit der bestimmte Finanzinformationen auch für einzelne Segmente eines Unternehmens offengelegt werden müssen. Das neue Kapitalaufnahme-Erleichterungsgesetz ermöglicht es deutschen Unternehmen, zukünftig den Konzernabschluss nur noch nach US-GAAP (oder nach IAS, den International Accounting Standards) aufzustellen. Bisher mussten deutsche Unternehmen nach HGB bilanzieren. Sie konnten zusätzlich ohne befreiende Wirkung einen Abschluss nach US-GAAP aufstellen.

Geldmarkt
Markt für kurzfristiges (bis zu 1 Jahr) Kapital (vgl. Kapitalmarkt).

Geregelter Markt
Der Geregelte Markt bietet gegenüber dem amtlichen Handel den Unternehmen einen erleichterten Zugang zum Börsenhandel.

Gesamtkapitalrentabilität
Der Quotient aus dem Ertrag vor Steuern von Einkommen und Ertrag bereinigt um den Zinsaufwand und dem Gesamtkapital laut Bilanz.

Geschäftsbericht
Jährlicher Rechenschaftsbericht einer Aktiengesellschaft über den Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft.

Gewinn pro Aktie
Eine der wichtigsten Kennzahlen der fundamentalen Aktienanalyse. Der innerhalb eines bestimmten Zeitraums (Quartal, Geschäftsjahr) erzielte Unternehmensgewinn nach Steuer wird durch die durchschnittliche Anzahl der von dem Unternehmen ausgegebenen Aktien dividiert.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Saldiert sämtliche Erträge und Aufwendungen einer Abrechnungsperiode und ermittelt so nicht nur den Erfolg der Unternehmung als Saldo, sondern zeigt auch die Quellen des Erfolgs auf und erklärt damit sein Zustandekommen.

Gezeichnetes Kapital
Das Kapital, auf das die Haftung der Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der Kapitalgesellschaft gegenüber den Gläubigern beschränkt ist.

Going Public
Unter Going Public (zu deutsch: an die Öffentlichkeit gehen) versteht man den Börsengang eines Unternehmens . Die Beweggründe für ein Going Public sind z.B. die Hereinnahme von frischem Kapital (insbesondere bei Wachstumsunternehmen) und die spätere einfache Kapitalaufnahme via Kapitalerhöhung, die z.B. gegenüber GmbH-Anteilen deutlich höhere Fungibilität (= Handelbarkeit) von Aktien, die relativ einfache Möglichkeit von Mitarbeiter-Beteiligungen oder aber der komplette oder teilweise Ausstieg der bisherigen Inhaber des Unternehmens (Altaktionäre). Das GoingPublic-Magazin hat sich auf Berichterstattung und Analyse von Neuemissionen, also auf das Thema Going Public, spezialisiert.

Gratisaktie
Siehe Berichtigungsaktie.

Greenshoe
Begriff für eine Mehrzuteilungsoption. Diese räumt einem Emissionskonsortium im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens die Möglichkeit ein, ein bestimmtes Volumen an Mehrzuteilungen zu Ursprungskonditionen bis zu 6 Wochen nach der Emission am Markt zu plazieren.

Grundkapital
Das in der Satzung einer Aktiengesellschaft festgelegte Kapital, in dessen Höhe die Gesellschaft ihre Aktien ausgibt (siehe Nennwert, Stückaktien).

H/I

Handelsgesetzbuch (HGB)
Gesetzliche Vorschriften zur Führung von Handelsbüchern und Erstellung von Jahresabschlüssen in Deutschland.

Hauptversammlung
Versammlung der Aktionäre und Beschlußorgan einer Aktiengesellschaft. Entsprechend seines Aktienbesitzes ist jeder Aktionär zur Stimmabgabe in der Hauptversammlung berechtigt. Soweit er diese nicht selbst wahrnehmen kann, kann er seine depotführende Bank beauftragen, ihn zu vertreten (Depotvollmacht).

Index
Kennziffer, die Veränderungen bestimmter Größen zum Ausdruck bringt und Vergleiche, insbesondere von Wert- oder Preisveränderungen, ermöglicht.

Inhaberaktie
Bei Inhaberaktien wird der Eigentümer in der Urkunde nicht namentlich genannt. Die Aktiengesellschaft verspricht die Leistung allein dem Aktieninhaber, nicht einer bestimmten Person (Gegensatz: Namensaktien).

Initial Public Offering (IPO)
Das erste öffentliche Angebot von Aktien an der Börse (Teil des Börsengangs oder Going Public).

Insider
Im Börsenhandel Bezeichnung für Personen, die wegen ihrer beruflichen Stellung oder sonstiger Umstände über einen Informationsvorsprung verfügen.

Insolvenz
Unvermögen, finanzielle Forderungen dauerhaft erfüllen zu können.

Institutional Investor Relations
Investor Relations Maßnahmen, die sich insbesondere an institutionelle Investoren und Finanzanalysten richten.

International Accounting Standards (IAS)
International anerkannte Regeln, die zur Führung der Handelsbücher sowie Erstellung von Jahresabschlüssen dienen.

Investment Banking
Geschäftssparte des Bankgeschäfts, die sich mit Instrumenten zur Kapitalmarktfinanzierung von Unternehmen und mit M&A Transaktionen beschäftigt. Die Hauptaufgabe des Investment Banking besteht in der Vorbereitung, Betreuung und Durchführung von Wertpapieremissionen sowie in der Entwicklung neuer Wertpapierformen, die den spezifischen Bedürfnissen von Schuldnern und Anlegern entsprechen.

Investmentfonds
Sondervermögen einer Investmentgesellschaft, das sich aus dem gegen Ausgabe von Anteilscheinen eingelegten Geld der Anleger zusammensetzt.

Investmentgesellschaft
siehe Kapitalanlagegesellschaft

Investmentzertifikate
Anteilsscheine, die eine Beteiligung am Vermögen eines Investmentfonds verbriefen.

Investor
Kapitalanleger: jemand, der Sparkapital (langfristig) in Wertpapieren oder sonstigen Kapitalanlagen anlegt (investiert).

Investor Relations (IR)
Investor Relations ist eine Managementaufgabe mit dem strategischen Ziel, in der Öffentlichkeit und insbesondere am Finanzmarkt eine möglichst realistische Wahrnehmung des Unternehmens zu erreichen. Mit einer effizienten IR soll auch das Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, verfolgt werden. Im Fokus der Aktivitäten steht vor allem, die Erwartungen des Kapitalmarktes mit den tatsächlichen und wahrscheinlichen Entwicklungen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Dieses Ziel wird durch den kontinuierlichen Dialog über die langfristige Perspektiven des Unternehmens und zeitnahe zuverlässige Informationen über die laufende Geschäftsentwicklung erreicht. Die Zielgruppen der IR sind vor allem die Eigen- und Fremdkapitalgeber sowie die Multiplikatoren. Neben der Kommunikation nach außen berät IR die Unternehmensführung über Kapitalmarkthemen und informiert im Unternehmen über das Außenbild am Kapitalmarkt.

IR Human Resources
Innovativer Branchenansatz zur Ausbildung von IR Fachkräften.

J/K

Jahresabschluß
Der Jahresabschluß umfaßt die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und ggf. den Lagebericht eines Unternehmens.

Junge Aktien
Bezeichnung für neue Aktien, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung emittiert werden.

Kapitalanlagegesellschaft
Gesellschaft, die einen oder mehrere Wertpapierfonds bildet, in den sie in- bzw. ausländische Wertpapiere (aber auch Immobilien) nach dem Grundsatz der Risikomischung aufnimmt, andererseits kleingestückelte Anteilscheine (Investmentzertifikate) ausgibt, durch deren Erwerb die Inhaber (Investoren) anteilig zu Miteigentümern am Fondsvermögen werden.

Kapitalerhöhung
Erhöhung des Grundkapitals eines Unternehmens, bei der die Ausgabe junger Aktien erfolgt.

Kapitalertragssteuer
Sonderform der Einkommensteuer, beläuft sich z. Z. auf 25 % der Dividende und wird unmittelbar bei der Dividendenzahlung als Vorauszahlung auf die individuelle Einkommen- oder Körperschaftsteuer des Aktionärs abgezogen (Ausnahmen siehe Steuerguthaben).

Kapitalmarkt
Markt für mittel- und langfristiges Kapital (vgl. Geldmarkt).

Kassageschäft
Abschlüsse an der Börse, die sofort oder ganz kurzfristig erfüllt werden müssen. Gegensatz: Termingeschäft.

Kassakurs
Kurs bei Kassageschäften. Gegensatz: Terminkurs.

Konsortialführer
Kreditinstitut, welches im Rahmen eines Emissionskonsortiums die Geschäftsführung und Vertretung übernimmt.

Konsortium
Siehe Emissionskonsortium.

Kupon
Sammelbezeichnung für die zu einem Wertpapier gehörenden Ertragscheine, Dividendenscheine oder Zinsscheine.

Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV)
Aktienkurs dividiert durch den anteiligen Cash-Flow pro Aktie.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Verhältniszahl, die sich aus der Gegenüberstellung des Kurses einer Aktie mit dem Ergebnis pro Aktie ergibt. Wichtige Kennzahl der Fundamentalanalyse zur Beurteilung der Ertragskraft einer Gesellschaft.

Kurswert
Der Preis eines Wertpapiers, der sich aus den Angebot und Nachfrage an der Börse ergibt. Bei Aktien: siehe Börsenkurs.

L

Lagebericht
Teil des Jahresabschlusses, in dem der Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft so darzustellen sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird.

Laufender Handel
Fortlaufende Notierung eines Wertpapiers an der Börse.

Lock-up-Period
Verpflichtung der Altaktionäre beim Börsengang gegenüber dem Konsortium, über einen bestimmten Zeitraum (am Neuen Markt mindestens 6 Monate vorgeschrieben), keine Aktien an der Börse zu verkaufen. Hierdurch soll den interessierten Anlegern signalisiert werden, dass die Altaktionäre weiterhin an den Erfolg des Unternehmens glauben und den Börsenkurs nicht durch eigene Verkäufe drücken werden.

London Interbank Offered Rate (LIBOR)
Zinssatz, zu welchem Banken bereit sind, anderen Banken Geld zu verleihen.

M

Mantel und Bogen
Zu jeder Wertpapierurkunde (in der Fachsprache: Mantel) gehört ein Bogen mit 10 oder 20 Ertragsscheinen und einem Erneuerungsschein (Talon), der zum Bezug eines neuen Bogens berechtigt.

Marktkapitalisierung (auch Börsenkapitalisierung)
Gibt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens an. Die Marktkapitalisierung wird durch Multiplikation des Börsenkurses mit der Zahl der ausgegebenen Aktien der betreffenden AG errechnet.

MDAX (Midcap-Index)
Aktienindex, der die Wertentwicklung der 70 größten börsennotierten Aktiengesellschaften widerspiegelt, die auf die 30 DAX-Gesellschaften folgen. Die 70 Aktien sind jene Werte aus dem DAX 100, die nicht durch den DAX erfaßt werden.

Mehrheitsaktionär
Bezeichnung für einen Aktionär (Großaktionär) oder eine einheitlich handelnde Aktionärsgruppe der oder die sich im Besitz von mindestens 50% des Aktienkapitals einer Aktiengesellschaft (Mehrheitsbeteiligung) befindet.

Mergers und Acquisitions (M&A)
Sammelbegriff für Unternehmenstransaktionen wie Unternehmenseinkäufe, -verkäufe und -zusammenschlüsse.

Mid Caps
Bezeichnung für die Aktien von gut eingeführten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 500 Mio. bis 2000 Mio. DM.

N

Namensaktie
Aktie, die auf den Namen eines Aktionärs ausgestellt und in das Aktienregister der AG eingetragen wird.

National Association of Securities Dealers Automated Quotation System (NASDAQ)
Amerikanische Computerbörse, die vor allem einen Markt für Technologieunternehmen darstellt.

NEMAX 50
Aktienindex, der die 50 größten Unternehmen am Neuen Markt beinhaltet.

NEMAX ALL
Aktienindex, der alle Werte beinhaltet, die am Neuen Markt gehandelt werden.

Nennwert
Der auf einem Wertpapier aufgedruckte Betrag. Bei Aktien gibt der Nennwert an, mit welchem Anteil der Aktionär am Grundkapital und damit am gesamten Vermögen seiner Aktiengesellschaft beteiligt ist. Der geringste Nennwert einer Aktie ist nach dem Aktiengesetz 1 Euro. Zu unterscheiden vom Kurswert.

Neuemission
Erstausgabe der Aktien eines Unternehmens mit dem Ziel der Börsennotierung.

Neuer Markt
Börsensegment, das der Stärkung des Eigenkapitalmarktes für junge HighTech, BioTech, Internet- und Medienunternehmen dient.

NIKKEI
Aktienindex der Börse in Tokio, der die Wertentwicklung 30 wichtigsten japanischen Aktiengesellschaften widerspiegelt.

Nominalwert
Siehe Nennwert.

Notierung
Bezeichnung für die Kursfestsetzung bzw. den festgestellten Börsenkurs.

O

Option
Das Recht, im Börsenhandel gegen Zahlung einer Prämie innerhalb einer vereinbarten Frist Wertpapiere (Aktien oder Renten) zu einem im voraus bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen.

Over-The-Counter-Market (OTC)
Bezeichnung für den außerbörslichen Handel mit börsennotierten Wertpapieren.

P/Q

Pari
Ein Kurs oder Preis, der dem Nennwert des betreffenden Wertpapiers entspricht.

Pari-Emission
Wertpapieremission, bei der der Emissionskurs dem Nennwert entspricht.

Performance
Ausdruck für die Wertentwicklung/-zuwachs von Kapitalanlagen.

Platzierung
Endgültige Unterbringung von Wertpapieren am Kapitalmarkt.

Platzierungsinstitut
Bank, die als Konsortialmitglied oder eigenständig die Erstplazierung von Wertpapieren betreibt.

Portefeuille (auch: Portfolio)
Zusammensetzung eines Wertpapierdepots.

Private Placement
Als Private Placement wird der nichtöffentliche Verkauf von Aktien verstanden. Initiatoren von Private Placements sind häufig kleine Gesellschaften, die eine Kapitalerhöhung durchführen, um liquide Mittel zu erhalten, die aber (noch) keine Börsennotierung anstreben.

Prospekt
(Börsenprospekt, Emissionsprospekt, Zeichnungsprospekt) 1. Bei Emissionen: Kurze Veröffentlichung, die zur Zeichnung des neu ausgegebenen Wertpapiers auffordert und die wichtigsten Angaben über Gesellschaft und die Emissionsbedingungen enthält. 2. Bei Börseneinführung: Der vor Einführung eines Wertpapiers zu veröffentlichende ausführliche Bericht. Das Prospekt muß alle für die Beurteilung des Wertpapiers wesentlichen Angaben enthalten.

Publizität
Information der Öffentlichkeit durch das Unternehmen. Sie erfolgt auf der Basis gesetzlicher Bestimmungen und/oder freiwillig.

Q&A
Questions & answers (Fragen & Antworten)

Quartalsbericht
Quartalsweise veröffentlichter Zwischenbericht, der Auskunft über die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung eines Unternehmens gibt.

R

Rating
Die bonitätsmäßige Klassifizierung der Schuldner durch die Agenturen, die auf die Beurteilung und Überwachung der Bonität der Emittenten spezialisiert sind.

Rendite
Bei Wertpapieren der in Prozenten des Erwerbspreises angegebene Ertrag, den das Papier bei Berücksichtigung aller Faktoren (Zins bzw. Dividende, Kurs, Laufzeit etc.) jährlich erbringt.

Repartierung
Verringerung der Zuteilung bei einer überzeichneten Wertpapieremission.

Retail Investor Relations
Investor Relations Maßnahmen, die sich insbesondere an Privatanleger richten.

REX (Deutscher Rentenindex)
Index ist von seinem Konzept her ein gewichteter Durchschnittskurs aus synthetischen Anleihen mit konstanter Laufzeit.

Roadshow
Präsentation des Unternehmens vor der financial community, meist in der Form einer Reihe aufeinanderfolgender Einzelgespräche mit Fondsmanagern oder Multiplikatoren wie Analysten oder Journalisten.

ROI
Die Berechnung des Return on Investment (ROI) ist ein in den USA verbreitetes Verfahren zum Rentabilitätsvergleich, das den erwarteten Jahresgewinn alternativer Investitionsprojekte auf das investierte Kapital bezieht.

S

Satzung
Die von der Aktiengesellschaft aufgestellte Verfassung (Gesellschaftsvertrag), die für alle Aktionäre verbindlich ist.

Schlußkurs
Letzter Kurs, der am Ende eines Börsentages im variablen Handel für ein Wertpapier festgestellt wird.

Shareholder Value
Wertschaffung für den Aktionär. Eine am 'Shareholder Value' orientierte Unternehmenspolitik hat zum Ziel, für den Aktionär eine angemessene Rendite seiner Anlage zu gewährleisten.

Small-Cap-Index (SDAX)
Aktienindex, der mit unterschiedlicher Gewichtung die Kurse der nach Marktkapitalisierung und Umsatz bedeutendsten 100 deutschen Aktiengesellschaften aus dem 'Qualitätssegment' SMAX enthält.

SMAX (All-Share-Index)
Segment für kleine Gesellschaften aus dem amtlichen Handel oder dem geregelten Markt.

Spekulationssteuer
Ist die zeitliche Frist zwischen An- und Verkauf eines Wertpapiers geringer als ein Jahr, so muß der angefallene Gewinn versteuert werden, sofern er auf Jahresbasis den Freibetrag von 1.000,- DM übersteigt. Diese Steuer bezeichnet man als Spekulationsteuer.

Splitting
(Teilung) Vervielfachung der Anzahl der Aktien, um einen niedrigeren Börsenkurs zu erreichen und damit das Handelsvolumen zu erhöhen. Im Verhältnis der Erhöhung der Aktienanzahl erhalten die Aktionäre der Gesellschaft zusätzliche Aktien in ihr Depot gebucht, damit sie durch das Splitting keinen Nachteil erleiden. Es handelt sich also beim Splitting um einen rein optischen Effekt, da der Gesellschaft hierdurch weder Kapital zufließt noch sich die Aktionärsstruktur verändert.

Stammaktie
Die stimmberechtigte Aktie ohne Vorzugsrechte im Unterschied zu den meist stimmrechtslosen Vorzugsaktien, wenn eine Gesellschaft beide Aktienarten ausgegeben hat.

Standard & Poor's 500 (S&P 500)
Bezeichnung für einen anerkannten US-amerikanischen Börsenindex, der die 500 in den USA gelisteter Unternehmen enthält.

Stimmrecht
Das gesetzlich verankerte Recht jedes Aktionärs, auf der Hauptversammlung abzustimmen. Die Anzahl der Stimmen, die ein Aktionär auf sich vereint, richtet sich nach der Anzahl der stimmberechtigten Aktien in seinem Besitz.

Stock Options
Dieses aus Amerika stammende und mittlerweile auch in Deutschland verstärkt eingesetzte Instrument dient dazu, die eigenen Mitarbeiter zu motivieren und an das Unternehmen zu binden. Dabei werden Optionen (die sog. 'Stock Options') an leitende Angestellte ausgegeben, die zu einem späteren Zeitpunkt bei einer erfreulichen Entwicklung des Börsenkurses des Unternehmens gewinnbringend ausgeübt werden können. Stock Options stellen den begünstigten Mitarbeitern also einen lukrativen Mehrverdienst in Aussicht, sofern sich der Börsenwert positiv entwickelt.

Stockdividende (Wertpapierdividende)
Übertragung von Reingewinn auf das Grundkapitalkonto, wobei den Altaktionären ohne Gegenleistung zusätzliche Aktien (Stamm- oder Vorzugsaktien) zugeteilt werden.

Streubesitz
Unter dem Streubesitz sind die Aktien eines Unternehmens zu verstehen, die nicht von Großanlegern gehalten werden, sondern von Privatanlegern und Kleinaktionären. Der Streubesitz (auch Free Float) ist von Interesse, weil durch ihn die Anzahl der wirklich an der Börse umgehenden Aktien aufgezeigt wird.

Stückaktie
Aktie ohne Nennwert. Ihr Anteil am Grundkapital bestimmt sich nur nach der Zahl der ausgegebenen Aktien.

Stückelung
Die Unterteilung eines Wertpapiers in verschiedene Nominal-(Nenn-)beträge.

T

Technische Wertpapieranalyse
ist eine Methode zur Analyse des Kursverlaufs einer Aktie, bei der der Kurs graphisch dargestellt wird, um bestimmte Entwicklungen (Formationen, Trends) besser ableiten zu können.

Termingeschäft
Wertpapiertransaktionen, deren Erfüllung nicht alsbald (wie beim Kassageschäft), sondern erst zu einem späteren Termin erfolgt.

Terminkurs
Kurs bei einem Termingeschäft.

Thesaurierung
Verzicht auf Ausschüttung erzielter Erträge bei Unternehmen oder Investmentfonds zugunsten des künftigen Wachstums (vgl. Ausschüttung).

U

Übernahmekonsortium
Form eines Emissionskonsortiums, welches im Zuge einer Fremdemission zum Zweck der effizienten Erstplazierung von Effekten gebildet wird. Das Übernahmekonsortium arbeitet auf eigene Rechnung und Risiko.

Überzeichnung
Überschuß der Nachfrage nach den neuemittierten Wertpapieren über ihre Stückzahl.

US-GAAP
United States Generally Accepted Accounting Principles; US-amerikanischer Rechnungslegungsstandard.

V

Variable Kurse
Kurse, die sich im variablem Handel laufend über die gesamte Börsenzeit ergeben.

Venture Capital
Bezeichnung für Eigenkapital, welches jungen Unternehmen, die ihr Wachstum nicht aus eigener Kraft finanzieren können und von Banken mangels Sicherheiten keine bzw. keine ausreichenden Kredite erhalten, durch eine spezialisierte Gesellschaft (Venture Capital Fonds) zur Verfügung gestellt wird.

Vinkulierte Namensaktie
Sonderform der Namensaktie. Nach § 68 Abs. 2 Aktiengesetz ist für die Übertragung vinkulierter Namensaktien außer den bei gewöhnlichen Namensaktien vorgesehenen Bedingungen auch die Zustimmung der Aktiengesellschaft erforderlich.

Volatilität
Schwankungsbreite von Kursen. Bei starken Kursausschlägen hat eine Aktie eine hohe Volatilität.

Volatilitätsindex für den Deutschen Aktienindex (VDAX)
Der Volatilitätsindex der Deutschen Börse AG, der per Konstruktion eine Aussage über die von den Marktteilnehmern erwartete Volatilität innerhalb der nächsten 45 Kalendertage treffen soll.

Vorratsaktien
Aktien, die im Zuge der Emission oder in der Ausübung eines bei einer bedingten Kapitalerhöhung eingeräumten Rechts von einem Dritten (Vermögensverwalter, Hausbank, Bankenkonsortium) für Rechnung der Aktiengesellschaft übernommen werden und nicht in den Umlauf gelangen.

Vorstand
Oberstes Verwaltungsorgan einer Aktiengesellschaft. Er wird vom Aufsichtsrat kontrolliert. Der Vorstand leitet die laufenden Geschäfte des Unternehmens.

Vorzugsaktie
Aktien, die in der Regel kein Stimmrecht haben. Zum Ausgleich dafür gewähren diese Aktien ihrem Besitzer andere Vorteile (z.B. Vorrechte bei der Dividendenberechtigung, Nachzahlungspflicht für etwa ausgefallene Dividende).

W-Z

Wachstumsaktien
Aktien von Unternehmen, bei denen überdurchschnittliche Wachstumsraten hinsichtlich der Umsätze, Investitionen und Erträge erwartet werden.

Wertpapierkennnummer (WKN)
Die 'Hausnummer' der Wertpapiere. Diese sechsstellige WKN bietet eine eindeutige Identifizierbarkeit der Aktie.

XETRA (Exchange Electronic Trading System)
Das elektronische Börsenhandelssystem der Deutschen Börse AG.

Zeichnung
Kauf von Neuemissionen, die durch ein Bankenkonsortium angeboten werden, vor dem ersten Handelstag zum Bezugskurs.

Zeichnungsprospekt
Siehe Prospekt

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