DIRK_PDF_0117_final_230117 Seite 65

Hinweis: Dies ist eine maschinenlesbare No-Flash Ansicht.
Klicken Sie hier um zur Online-Version zu gelangen.

Inhalt

Die neue Rolle des Aufsichtsrates in der Kapitalmarktkommunikation 65 dem Kapitalmarkt zu erlangen und so den aufgestellten Bezugs rahmen absichern zu können Problematisch gestaltet sich die nicht aufhebbare Untrennbarkeit zwischen Person und Experte die dazu führt dass die in den Interviews erlangten Erkenntnisse immer vor dem Hintergrund ihres stark subjektiven Charakters zu interpretieren sind vgl ebd S 54 Damit kann Repräsentativität nicht als Maßstab an die Ergebnisse angelegt werden was aber mit der Festlegung auf das Erkenntnisinteresse die Aufsichtsrats kommunikation mit dem Kapitalmarkt erstmalig zu erschließen ohnehin nicht anvisiert wurde 4 2 2 D u r c h f ü h r u n g u n d D o k u m e n t a t i o n d e r Experteninterviews 4 2 2 1 Auswahl der Experten Die Zuweisung des Expertenstatus wurde von Kriterien abhängig gemacht die vorab speziell für die vorliegende Arbeit formu liert wurden Als Experten gelten demnach Personen die über 1 spezifisches Wissen und Erfahrungen im Bezug auf den Un tersuchungsgegenstand des Aufsichtsrates bzw der Unterneh mensüberwachung 2 Expertise in der internen sowie externen Kommunikationsberatung und oder 3 Erfahrungen verfügen die aus einer direkten Betroffenheit resultieren z B durch das Inne haben eines Aufsichtsratsamtes oder die Zugehörigkeit zu einer Zielgruppe der Investor Relations und gegebenenfalls Aufsichts ratskommunikation Das Sampling also die gezielte Auswahl der zu befragenden Personen Bogner et al 2014 S 34 ist stets eng verknüpft mit dem zugrunde liegenden Erkenntnisinte resse und entspricht daher keinesfalls einer Zufallsauswahl vgl Kelle amp Kluge 2010 S 42 Im Rahmen qualitativer Verfahren wie dem leitfadengestützten Experteninterview ist vielmehr die He terogenität der mit den Experten repräsentierten Erfahrungs und Wissensschätze ausschlaggebend vgl ebd S 50 Kelle und Klu ge 2010 sprechen hier auch von einer bewussten d h nicht zufälligen kriteriengesteuerten Fallauswahl und Fallkontrastie rung S 43 Herv i O mit der alle relevanten Aspekte Varian ten Ausprägungen und Einflussfaktoren des zu untersuchenden Phänomens abgedeckt werden vgl Bogner et al 2014 S 37 Gläser amp Laudel 2010 S 98 Dieser Prämisse folgend wurde auch im Rahmen dieser Arbeit eine möglichst breite Abdeckung der Themenaspekte die in der theoretisch konzeptionellen Ausein andersetzung berührt wurden anvisiert um die Vielschichtigkeit des Erkenntnisobjekts hinreichend abbilden zu können vgl Flick 2014 S 167 Die Auswahl der Experten beschränkte sich folglich nicht auf eine einzelne Gruppe von Experten z B Kommunika tionsmanager sondern schloss Experten mit ganz unterschiedli chen Erfahrungshorizonten ein Die identifizierten Experten konn ten schließlich den nachfolgenden Akteursgruppierungen zugeteilt werden Investor Relations und oder Unternehmenskommunika tionsexperte Kapitalmarktexperte Wissenschaftler Die Experten wurden überdies der dichotomen Unterscheidung von Innen und Außenperspektive zugeordnet da der Zugang zu und die Betei ligung an kommunikations strategischen Entscheidungen im Unternehmen ein sehr unterschiedlicher ist 113 Die konkrete Auswahl der Experten für das vorliegende For schungsvorhaben war von zwei Verfahren begleitet Zum einen erfolgte die Auswahl auf Grundlage der theoretisch konzeptio nellen Analyse und Literaturrecherche Darüber hinaus wurde die Identifikation und Vermittlung von Experten durch entspre chende Empfehlungen von Betreuern dieser Arbeit und Mento ren der Verfasserin begleitet 114 Die Neuartigkeit des Themas sowie die teils erhöhten Zugangsbarrieren zu entsprechenden Wissensträgern wie z B zu Aufsichtsräten stellten eine beson dere Herausforderung dar 115 Insbesondere die Auswahl der Un ternehmensvertreter die als IR und oder UK Experte Auskunft geben sollten gestaltete sich als schwierig Dabei musste bedacht werden dass das Unternehmen sowie seine Repräsentanten im Idealfall bereits mit dem Thema der Aufsichtsratskommunikation konfrontiert sein oder sich gar selbst aktiv mit dem Thema ausei nandergesetzt haben sollten Überdies markierte die funktiona le Trennung zwischen den IR und UK Abteilungen in der Praxis eine weitere Hürde für die Ermittlung von Gesprächspartnern die über den gewünschten Erfahrungs und Wissenshorizont verfügen vgl zu diesem Problemtyp Przyborski amp Wohlrab Sahr 2014 S 121 Auf der Grundlage der genannten Auswahlkriterien und verfahren wurden von der Verfasserin im Mai 2015 insgesamt 15 Experten per E Mail kontaktiert Davon sagten bis Ende Juni zehn Experten zu Diese wurden im Zeitraum vom 13 Juli bis zum 5 August 2015 im Rahmen eines jeweils ca 30 minütigen tele fonischen Interviews befragt In Tabelle 2 sind die interviewten Experten dargestellt 116 113 Durch das Innehaben mehrerer Rollen und Funktionen konnte es insbesondere bei den der Außenperspektive zugeordneten Experten zu Rollenüberschneidungen kommen die eine grundsätzliche Zuordenbarkeit zu beiden Perspektiven möglich gemacht hätte Dieser Aspekt wird jedoch vernachlässigt Die Zuteilung wurde immer auf Grundlage der primären Funktion des Experten z B als Vertreter einer Kapitalmarktinteressen vereinigung vorgenommen aufgrund derer dem Akteur auch der Expertenstatus zugewiesen wurde 114 Behilflich waren Prof Dr Ansgar Zerfaß Dr Kristin Köhler und Alexander Bilgeri 115 Aus Kapazitätsgründen auf Seiten des Experten konnte ein bereits anvisiertes Inter view mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden eines DAX Unternehmens nicht durchgeführt werden Hier zeigt sich nicht nur die Schwierigkeit den richtigen Experten zu finden sondern auch die Hürde diesen für ein Interview zu gewinnen und auf etwaige Ände rungen oder Absagen als Forscher flexibel reagieren zu können 116 Die Darstellung der Experten erfolgt in anonymisierter Form Eine ausführlichere Über sicht sowie detaillierte Informationen zu den Interviewpartner finden sich in dem sepa rat veröffentlichten Anhang Band II der mit einem Sperrvermerk versehen ist und da her lediglich den Betreuern der vorliegenden Arbeit zugänglich gemacht werden kann Empirische Absicherung des Bezugsrahmens


Vorschau DIRK_PDF_0117_final_230117 Seite 65