DIRK_PDF_0117_final_230117 Seite 79

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Inhalt

Die neue Rolle des Aufsichtsrates in der Kapitalmarktkommunikation 79 vereinzelte direkte Kommunikationsanlässe identifiziert werden bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende als Sprecher und Kommu nikator nach außen fungiert Damit wurde umfangreich dargelegt dass die Kommunikation des Aufsichtsrates weit mehr umfasst als den in der aktuellen Debatte hauptsächlich diskutierten per sönlichen Dialog mit Investoren Gleichwohl hat die Diskussion um diese persönliche Dimension ihre Berechtigung sie ist Aus druck des veränderten Aufgabenprofils des Aufsichtsrates das im Zuge der modernen Corporate Governance Bewegung eine Neubewertung seiner Kommunikationsaufgaben erforderte Da bei zeigte sich dass dem Aufsichtsrat zwar per se keine neuen Kompetenzen zugesprochen wurden er sich aber seitdem einem neuen Rechtfertigungs und Begründungszwang im Hinblick auf die Erfüllung seiner klassischen Aufgaben ausgesetzt sieht mit dem ein höheres Maß an Transparenz über die Überwachung des Vorstandes und das eigene Handeln eingefordert wird Damit formulieren neben den Investoren seither auch weitere Stake holder Ansprüche an die Kommunikation des Aufsichtsrates Die daraus entspringenden Kommunikationsaufgaben haben zwar keinen zwangsläufig rechtsverbindlichen Charakter können für die Legitimation der Strategie des Unternehmens und seinen er folgreichen Fortbestand dennoch von zentraler Bedeutung sein Die Kommunikation des Aufsichtsrates umfasst damit neben der Erfüllung von Publizitätspflichten die mit der Corporate Gover nance Berichterstattung entsprechend erweitert wurden eben auch freiwillige Instrumente sowie eine persönliche Dimension Mit Kapitel 2 2 konnten nicht nur die veränderten Anforderungen an die Kommunikation des Aufsichtsrates sondern zugleich die Mehrdimensionalität der Aufsichtsratskommunikation dargestellt werden Überdies wurden die vielfältigen Einflussfaktoren auf gezeigt die eine begrenzte Steuerbarkeit und Umsetzbarkeit der Aufsichtsratskommunikation bewirken Die in Kapitel 2 3 identifi zierten unternehmens und personenbedingten Faktoren fordern vom Aufsichtsrat und den ihn unterstützenden Einheiten einen wohlbedachten und reflektierten Einsatz der Aufsichtsratskommu nikation sowie eine individuelle Bewertung ihrer Notwendigkeit und Umsetzung Eine Facette der Komplexität und Mehrdimen sionalität der Aufsichtsratskommunikation besteht damit eben auch in ihrer großen Individualität Auf diese Weise konnte mit der vorliegenden Arbeit erstmals auch die Vielseitigkeit der Auf sichtsratskommunikation abgebildet werden die in der prakti schen und vor allem theoretischen Debatte bislang nicht weiter konkretisiert wurde Aufsichtsratskommunikation wurde somit definiert als aufga bengetrieben communication follows competence sowie unternehmens und personengetrieben communication within limits Dieser Leitgedanke ist bei der strategischen Konzeption In einer ersten Auseinandersetzung mit der Debatte rund um das Thema der Aufsichtsratskommunikation zeigt sich sehr schnell wie kontrovers die Meinungen zu dem neuen Betätigungsfeld des Aufsichtsrates sind Ebenfalls auffällig ist die häufig stark ein seitige Betrachtungsweise bei der die Aufsichtsratskommunika tion auf die persönliche Interaktion zwischen Investoren und Auf sichtsrat reduziert wird Eine umfassende Analyse des gesamten Spektrums der Kommunikationsaufgaben des Aufsichtsrates die über diese Dialogsituationen hinausgehen bleibt aus Diese Ein seitigkeit wurde mit der vorliegenden Arbeit erstmals durchbro chen indem die unterschiedlichen Kommunikationsdimensionen und die sie beeinflussenden Variablen in einen umfangreichen Bezugsrahmen eingebettet wurden dessen Plausibilität mit Ex perteninterviews bestätigt werden konnte Zudem wurde eine erste Definition des Konstrukts der Aufsichtsratskommunikation mit dem Kapitalmarkt erarbeitet Um die Relevanz der Aufsichtsratskommunikation mit dem Ka pitalmarkt bewerten zu können galt es in einem ersten Schritt zu klären inwieweit Kommunikation überhaupt als Bestandteil der Aufsichtsratstätigkeit definiert werden kann was in Kapitel 2 umfassend hergeleitet wurde Dabei wurde der Aufsichtsrat in Kapitel 2 1 als Spezifikum des dualistischen Systems und zent raler Akteur der sekundären Unternehmensführung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften identifiziert Aus dieser Funktion heraus ergibt sich für den Aufsichtsrat die originäre Auf gabe der Überwachung mit der die Teilaufgaben der Beratung des Vorstandes sowie der Besetzung und Vergütung des Vorstan des eingeschlossen sind Wie gezeigt werden konnte ergibt sich aus dieser Aufgabe wiederum eine konkrete Notwendigkeit zur Kommunikation mit den Aktionären des Unternehmens die eine Beseitigung des Informationsungleichgewichts zum Ziel hat So mit lassen sich die Kommunikationsaufgaben des Aufsichtsrates aus seiner klassischen Überwachungsaufgabe ableiten die sich folgerichtig auch nur in den engen Grenzen seiner ihm zuge standenen Kompetenzen zu bewegen haben Nur so kann eine klare Aufgabenteilung zwischen dem Kommunikationsvorstand und dem Aufsichtsrat gewährleistet und eine Verwirrung oder gar Wahrnehmung kommunikativer Diskrepanzen auf Seiten der Stakeholder vermieden werden Die aus der Überwachungsauf gabe abgeleiteten Kommunikationsaufgaben die einer strengen gesetzlichen Reglementierung unterliegen manifestieren sich in einer Reihe von Publizitätspflichten die unter dem Terminus der Überwachungsberichterstattung zusammengefasst werden kön nen Die Kommunikation des Aufsichtsrates besitzt einen starken Pflicht jedoch keinen regelhaften Charakter und kommt insge samt nur in Einzel und oder Sonderfällen zum Einsatz Neben diesen Reporting Elementen konnten für den Aufsichtsrat nur 5 Fazit und Ausblick Fazit und Ausblick


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