DIRK fordert Erweiterung von MDAX und SDAX auf mindestens 70 Unternehmen

Der DIRK – Deutscher Investor Relations Verband hat heute im Rahmen der Marktkonsultation der Deutschen Börse zu möglichen Änderungen des MDAX / SDAX / TecDAX eine Stellungnahme abgegeben.

  • Im Ergebnis befürworten wir die angedachten Änderungen, insbesondere eine Aufhebung der industriebasierten Trennung, um geeigneten Emittenten, unabhängig von ihrer Sektorzugehörigkeit, den Zugang zum MDAX oder SDAX zu ermöglichen.
  • Allerdings halten wir die Erhöhung der Anzahl der Komponenten des MDAX sowie des SDAX von derzeit 50 auf 60 für nicht ausreichend, um den Folgen der Aufhebung der Trennung zwischen „Classic“- und „Tech“-Segment Rechnung zu tragen.
    Der DIRK plädiert daher eindringlich dafür, die Anzahl der Unternehmen im MDAX und im SDAX auf jeweils mindestens 70 zu erhöhen!
  • Gegen die Aufhebung der Trennung nach Größe sowie Liquidität um geeignete Emittenten des Technologiesektors, unabhängig von ihrer Größe und Liquidität, den Zugang zum TecDAX zu ermöglichen, bestehen diesseits keine Bedenken. Allerdings sollte überlegt werden, auch den TecDAX zu erweitern.

Derzeit umfassen die Mid- und Smallcap-Indices insgesamt 130 Unternehmen (MDAX 50 / SDAX 50 / TecDAX 30). Nach der von der Deutschen Börse vorgeschlagenen Änderung (MDAX 60 / SDAX 60) würden zehn Unternehmen aus dieser Indexwelt herausgedrängt werden (‚Crowding out‘).

Unserer Meinung nach hätte die Umsetzung des Vorschlags der Deutschen Börse für nicht mehr in einem Auswahlindex vertretene Unternehmen ebenso negative Folgen wie für Investoren sowie die Deutsche Börse selbst. Auch mit Blick auf die Stärkung der Börse als attraktive Finanzierungsmöglichkeit und der Stärkung der Aktienkultur in Deutschland wäre eine Ausweitung dieser beiden Indices auf jeweils mindestens 70 Unternehmen wünschenswert.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

Ungeachtet dieser Stellungnahme können Emittenten bis zum 30. März 2018 auch ihre eigene Stellungnahme noch via Email an folgende Adresse senden: Index_Services@deutsche-boerse.com

Zum Hintergrund:

Die derzeitigen Regeln zur Sektorklassifizierung basieren auf einer Trennung von Emittenten nach (1) Größe und Liquidität sowie (2) Industrie. Unabhängig von ihrer Industrieklassifikation werden die größten und liquidesten Emittenten in den DAX aufgenommen. Für Emittenten außerhalb des DAX ist die Industrieklassifikation für die Einordnung in einen entsprechenden Index entscheidend. Nur Aktien von Emittenten des “Classic”-Segments können sich für den MDAX sowie den SDAX qualifizieren. Aktien von Emittenten, die dem Technologiesektor zugeordnet werden, können sich hingegen nur für den TecDAX qualifizieren.

Angedachte Änderungen der Deutschen Börse:

(1) Aufhebung der industriebasierten Trennung, um geeignete Emittenten, unabhängig von ihrer Sektorzuordnung, den Zugang zum MDAX oder SDAX zu ermöglichen,
(2) Erhöhung der Anzahl der Komponenten des MDAX sowie des SDAX von derzeitig 50 auf 60, um der Aufhebung der Trennung zwischen „Classic“- und „Tech“-Segment Rechnung zu tragen,
(3) Aufhebung der Trennung nach Größe sowie Liquidität, um geeignete Emittenten des Technologiesektors, unabhängig von ihrer Größe und Liquidität (d.h. auch Konstituenten des DAX), den Zugang zum TecDAX zu ermöglichen.

Hier finden Sie die Ankündigung der Marktkonsultation der Deutschen Börse sowie die dazugehörige Präsentation als ergänzendes Material.

Die Deutsche Börse beabsichtigt, bis ungefähr zum 20. April 2018 die Ergebnisse der Marktkonsultation zu veröffentlichen und mögliche Regeländerungen anzukündigen.

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Ansprechpartner

Hannes Bauschatz

Referent T. +49 (69) 95 90 94 90